Investor legt erneut Pläne für das Schlachthofgelände vor

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Generalanzeiger vom 23.01.2013
Generalanzeiger vom 23.01.2013
Dunkle Wolken über Stadtfeld: Auf dem ehemaligen Schlachthofgelände plant ein Investor ein „Fachmarktzentrum“ anzusiedeln. Was auf den ersten Blick nach einem Entwicklungskonzept für das seit Jahren vor sich hin schlummernde Gelände aussieht, ist auf den zweiten Blick für den Verein Bürger für Stadtfeld (BfS) ein großes Ärgernis. Projektträger ist die Saller Gewerbebau GmbH aus Weimar. Diese versuchte bereits vor knapp zwei Jahren, ähnliche Pläne in die Tat umzusetzen. Der Stadtrat lehnte Anfang 2011 mit großer Mehrheit (12 Ja, 28 Nein, 7 Enthaltungen) ab.

Jetzt wagt Saller einen weiteren Anlauf. Die aktuellen Pläne liegen bereits dem Stadtentwicklungsausschuss vor. Gibt dieser sein Okay, wird im Stadtrat wieder über das Projekt abgestimmt. Am 21. Februar tagt der Ausschuss erneut, dann soll eine Entscheidung feststehen. „Wir hätten nie gedacht, dass es einen weiteren Vorstoß geben könnte“, sagt Stadtrat (Grüne) und BfS-Mitglied Jürgen Canehl. Der Stadtfelder Gewerbetreibende und BfS-Aktive Gert Fiedler befürchtet einen unnötigen Verdrängungswettbewerb: „Kommt das Fachmarktzentrum, ist ein Ladensterben entlang der Großen Diesdorfer Straße zu befürchten.“ Saller Gewerbebau kann die Kritik nicht nachvollziehen. Das Unternehmen gibt an, dass man bereits viel Arbeit hineingesteckt habe und an das Projekt glaube. Die neuen Pläne sehen vor, anders als vor zwei Jahren, zusätzlich zur Gewerbefläche, Wohnungen auf dem Schlachthofgelände zu bauen. Eine gute Idee findet der Verein Bürger für Stadtfeld, allerdings ohne das geplante Fachmarktzentrum. „Das Gelände ist gut geeignet, um innovative Wohnraumkonzepte zu entwickeln. Wir haben schon länger solche Pläne vorliegen“, so Jürgen Canehl.

Nicht nur der BfS hat sich gegen das Projekt von Saller ausgesprochen, auch die SPD Stadtfeld und die Interessengemeinschaft Innenstadt haben sich positioniert. Beide verweisen auf das 2007 im Stadtrat beschlossene Märktekonzept. Dieses sieht vor, bestehende Strukturen, insbesondere in der Innenstadt und den Stadtteilzentren, zu stärken. Die Schaffung neuer Gewerbeflächen würde einen Widerspruch bedeuten. Ohnehin hat die Elbestadt jetzt schon mit 2,7 Quadratmetern pro Einwohner die größte Einzelhandelsfläche in Deutschland. Magdeburg schlägt sogar Berlin und München um Längen. Experten sehen trotzdem weiteren Bedarf, und zwar in der City.

(Generalanzeiger vom 23.01.2013)

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