Stadtrat entscheidet über Zukunft der Gieseler-Halle

Stadtrat entscheidet über Zukunft der Gieseler-HalleGenerationen von Magdeburgern kennen die Gieseler-Halle. Hier spielte einst Weltstar Louis Armstrong, hier gewannen die Handballer des SCM legendäre Spiele. Am Donnerstag entscheidet der Stadtrat über die Zukunft des ehrwürdigen Gebäudes.

Der Magdeburger Stadtrat entscheidet am Donnerstag über die Zukunft der Hermann-Gieseler-Halle. Jahrzehntelang war der historische Bau die Heimstätte der Handballer vom SC Magdeburg. Und viele kennen die Halle auch noch von den jährlichen Schulsportfesten. Doch in Zukunft wird die Halle nicht mehr sportlich genutzt. Sie soll verkauft werden.

Der Grund: Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes wäre weitaus teurer als ein Neubau. Die Stadt beziffert die Kosten auf rund 22 Millionen Euro. Also baut die Stadt eine neue Sporthalle und verkauft die alte Gieseler-Halle.

Allerdings ist das 1922 errichtete Gebäude etwas Besonderes, es handelt sich um ein Denkmal. Der Magdeburger Architekt Uwe Thal sagte dem MDR: „Die Halle stammt aus der Frühzeit des Neuen Bauens. So etwas findet man sehr selten in ganz Deutschland.“ Seit Jahren engagiert sich Thal mit Gleichgesinnten für eine Belebung des alten Schlachthofareals im Magdeburger Stadtteil Stadtfeld.

Investor plant einen Möbelmarkt

Der Investor will das historische Gebäude denkmalgerecht sanieren und künftig als Handelsfläche nutzen. Laut eigenen Angaben plant er unter anderem einen Möbelmarkt.

Die Interessengemeinschaft Innenstadt kritisiert das Vorhaben. Sprecher Arno Frommhagen sagte dem MDR: „Magdeburg hat mehr Quadratmeter Einzelhandelsfläche pro Einwohner als der gesamte Bundesdurchschnitt.“ In Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt habe man das Doppelte an Flächen zur Verfügung wie in München, Hamburg oder Köln. Und jede Erweiterung an Fläche verhindere ein Innenstadtleben. Diesen Vorwurf weist Uwe Thal zurück. Er unterstützt den Investor. Man habe Schlimmeres verhindert, so Thal. „Das war ein Prozess, wo wir auch gemeinsam mit den Innenstadthändlern versucht haben, den Handelsanteil zu reduzieren.“ Jetzt sei es eine verträgliche Angelegenheit.

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