Knobeln um Standort für Kita-Neubau geht weiter

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Volksstimme vom 21.03.2012
Volksstimme vom 21.03.2012
Einer der Vorschläge der Stadt für die drei neuen Kitas birgt Konfliktpotenzial. Der Mehrgenerationenplatz engagierter Stadtfelder Bürger müsste dafür weichen. Der kürzlich noch verschmähte Standort Stormstraße ist dafür wieder attraktiv.

Nach dem Kita-Gipfel im Januar, der den eklatanten Platzmangel in den Magdeburger Kindertagesstätten und Krippen endgültig offenbarte, machte Oberbürgermeister Lutz Trümper seinen Mitarbeitern Beine. Im, wie von ihm damals versprochenen, „Affengalopp“ hat die Stadtverwaltung nun eine umfangreiche Beschlussvorlage für die Stadträte verfasst, um die Weichen für den Kampf gegen die Kitaplatz-Misere zu stellen.

Dazu sollen u.a. die Kapazität von Einrichtungen aufgestockt, bestehende Objekte durch Umbau/ Sanierung als Übergangslösung umfunktioniert und fünf neue Kitas von freien Trägern gebaut werden. Als langfristige Lösung ist außerdem bis 2014 die Errichtung dreier zentrumsnaher Neubauten, entweder unter kommunaler Regie oder nur einer Beteiligung à la PPP-Schulprogramm, vorgesehen.

Für diese neuen Kitas hat sich die Verwaltung vier Standorte ausgeguckt, die dafür am ehesten infrage kommen. Neben Flächen an der Wiener Straße und der Kleinen Schulstraße wird auch das ehemalige Sport- und Schulgartengelände an der Hans-Löscher- Straße, offi ziell „Wilhelm-Külz- Straße 1“, favorisiert.

Hier engagieren sich jedoch seit über zwei Jahren Stadtfelder Bürger, um einen Mehrgenerationenplatz auf dem Areal zu etablieren. Seit vergangenem Jahr gibt es eine abgesteckte Boulebahn, eine Interessengemeinschaft wurde gegründet und ein Träger für den Betrieb gesucht.

Gabriele Grommelt, Sprecherin der IG, hatte bis zur Nachfrage der Volksstimme noch gar nichts von den Plänen gehört. „Wir fänden es natürlich nicht gut, wenn diese Bewegungs- und Erholungsfläche für den Stadtteil verloren ginge“, erklärte sie. Schön wäre es jedoch, wenn man vielleicht einen etwas kleineren Naturkindergarten ohne große Bebauung etablieren könnte. „Dann könnte eine Teilfläche weiter für die Allgemeinheit nutzbar sein“, sagte sie. Außerdem gab sie zu bedenken, dass es bereits vier Einrichtungen („Spielstübchen“, „Pinocchio“, „Fridolin“ und „Nesthäkchen“) im unmittelbaren Umfeld gibt.

Auch die Kinderbeauftragte der Stadt, Katrin Thäger, bringt in einer Stellungnahme zur Beschlussvorlage die gleichen Bedenken hinsichtlich des Standorts „Wilhelm-Külz-Straße 1“ zum Ausdruck.

In die gleiche Kerbe schlägt auch SPD-Stadtrat Sven Nordmann, der sich ebenfalls für den Mehrgenerationenplatz stark macht. „Deshalb empfi nde ich diesen Standort als nicht sehr glücklich“, erklärte er gestern. Aus seiner Sicht wäre es sinnvoller, einen anderen Standort zu wählen und dann stattdessen die ohnehin marode Kita „Pinocchio“ abzureißen und anschließend neu aufzubauen.

Aus diesem Grund ist er dafür, den vierten Vorschlag der Verwaltung, die Liegenschaft Stormstraße 13, für einen Kita-Neubau zu nutzen. Dass die Verwaltung diese Fläche wohl nur als Notlösung ansehen dürfte, ist aber nicht verwunderlich. Denn erst im Januar hatten sich Thorsten Giefers (Bündnis90/ Grüne) und Torsten Hans (Linke) von ihren Ratskollegen dazu eine Abfuhr eingehandelt.

Sie hatten nämlich per Antrag aufgefordert, die Fläche eben dafür frei zu halten. Deshalb freut es Thorsten Giefers umso mehr, dass die Stormstraße nun doch wieder im Rennen ist.

„Für diesen Standort spricht auch die viel bessere Verkehrsanbindung. Der Bus hält vor der Tür, die Straßenbahn ist ebenfalls nicht weit“, sagte er.

Mit dem aktuellen Beschluss wird nur festgelegt, dass die drei Einrichtungen gebaut werden. Darüber, wo das geschehen soll, wird erst später entschieden.

(Volksstimme vom 21.03.2012)

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