Exkursion in die Ruine des Rinderetagenstalls: Wie geht es weiter auf dem Schlachthofquartier?

Volksstimme vom 13.08.2011
Volksstimme vom 13.08.2011
Nachdem der Stadtrat im Frühjahr die Nutzung des Schlachthofquartiers für ein Fachmarktzentrum mit Niedrigpreis-Discountern abgelehnt hatte, grübelt man nun nach neuen Ideen für das große Areal. Am Donnerstagabend trafen sich auf private Initiative Stadtplaner, Ingenieure, Vertreter der Stadtverwaltung, Studenten und andere Interessenten, um den ehemaligen VEB-Rinderetagenstall zu besichtigen und über Nutzungsperspektiven zu diskutieren.

Vorsicht war geboten beim 13. Magdeburger Planertreffen „Lupe, Bleistift, Tee und Keks“. Die unter Denkmalschutz stehenden Gemäuer des ehemaligen Rinderetagenstalls auf dem Gelände des Schlachthofs durften nur auf eigene Gefahr betreten und besichtigt werden. Trotz des Risikos lief alles glatt. Insgesamt 37 mutige Interessierte waren dabei, darunter auch Stadtplanungsamtsleiter Heinz-Joachim Olbricht. Sie fanden z. B. eine vergessene Kiste des VEB Fleischkombinats in der Ruine vor – ohne Fleisch versteht sich.

Mitorganisator und Stadtplaner Tim Schneider war mit dem Treffen sehr zufrieden: „Nach der spannenden Besichtigungsrunde sind noch 20 Teilnehmer zur Diskussion geblieben und haben sich aktiv ins Gespräch eingebracht. Nach der Ablehnung der Stadträte liegt es nun an uns, mit kreativen Ideen an den Investor zu appellieren.“

Stadtrat und -planer Jürgen Canehl eröffnete die Debatte mit einem Referat, auf das eine Diskussion folgte, die bis in die späten Abendstunden andauerte. Fest stand bereits vorher: Bei der Umsetzung der neuen Ideen muss der Denkmalschutz der Gebäude berücksichtigt werden.

Nach Meinung der Stadtplaner wäre eine kulturelle Zwischennutzung sinnvoll. So könnten beispielsweise Diskotheken, Restaurants, Cafés, Biergärten u. Ä. entstehen. Diese würden erst einmal dafür sorgen, dass das Areal für die Öffentlichkeit attraktiver und zugänglicher wird.

Später könnten dann Flächen zum Wohnen und Arbeiten entstehen. Laut Tim Schneider könnten sogenannte Testnutzungen für die gesammelten Ideen über fünf bis zehn Jahre hilfreich sein. Jede Nutzung würde dem Denkmalschutz helfen.

(Volksstimme vom 13.08.2011)

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