Schlachthof: BfS-Protest gegen die Pläne für „Fachmarktzentrum“

Protest gegen die Pläne für „Fachmarktzentrum“Der Verein „Bürger für Stadtfeld e.V.“, vertreten durch Herrn Gert Fiedler und Herr Uwe Thal hat ein Brief an Oberbürgermeister Dr. Trümper, dem Baubeigeordenten und den Stadtratsfraktionen am 9.5.2011 abgesandt, um die Ablehnung des Vereins zu dem „Bebauungsplan Nr.223-1.2 „Zum Handelshof“ (Sondergebiet Einzelhandel)“ zum Ausdruck zu bringen.

Auszug aus dem Brief: „An Discountern fehlt es uns in Stadtfeld insbesondere im Bereich der Großen Diesdorfer Straße nun wirklich nicht. Gerade erst wird das ehemals denkmalgeschützte Kahlenbergstift an der Ecke zum Europaring abgebrochen. Hier entsteht ein großer Parkplatz mit der üblichen 08/15 Verkaufsstelle von ALDI. Im Rahmen der vom Stadtrat am 17. Januar 2008 beschlossenen Aktualisierung des Magdeburger Märktekonzeptes wurde die Entwicklung der Gesamtverkaufsfläche Magdeburgs von 1990 – 2006 statistisch dargestellt. Jeder Magdeburger Bürger hat demnach mehr als 2,5 m² Verkaufsfläche im Lebensmitteleinzelhandel (Leipzig rd. 1,4 m², Halle (Saale) rd. 1,5). Magdeburg hat nachweisbar die meisten Discounter.

Nun soll die Ende 2007 leergeräumte Fläche mit einem neuen Teilbebauungsplan zu einem Sondergebiet für Einzelhandel werden, so wie das im Stadtgebiet z.B. der Bördepark oder Florapark sind. Das sogenannte Fachmarktzentrum bewegt sich zudem auf niedrigstem Niveau. Der Antragsteller will neben dem bestehenden Kleinkaufhaus „Kaufland“ 15 Billigmärkte z.B. Pfennigpfeiffer, Netto, Fressnapf, bonPrix, RENO, Koodza und ähnliches unterbringen und 272 offene Parkplätze schaffen. Alle sind in Magdeburg schon mehrfach vorhanden. Mit der Einrichtung würde – unabhängig davon, wie stark der Handel in der Innenstadt oder im Stadtteil tatsächlich geschwächt wird – nicht nur massiv gegen das Märktekonzept 2007/08 verstoßen sondern auch die Chance für Wohnen auf den benachbarten Flächen verbaut.

Insbesondere die kleinen mittelständischen Einzelhändler in der Großen Diesdorfer Straße haben es schon heute nicht leicht. Geringe Aufenthaltsqualität, kaputte Gehwege und fehlende Parkplätze sind nur einige Probleme. Sie sehen der Errichtung des „Fachmarktzentrums“ mit großer Besorgnis entgegen. Die Geschäftsleute beabsichtigen die Gründung einer „IG Große Diesdorfer Straße“. Würden jetzt in wenigen hundert Metern derartige Einzelhandelsdiscounter gebaut, ist anzunehmen, dass das eine oder andere Fachgeschäft nicht überlebt (z.B. EDEKA, Steinigstraße) und noch mehr Ladengeschäfte leer stehen. Auch kann angenommen werden, dass der „Magnet“ ROSSMANN aus der Großen Diesdorfer Straße umzieht.“

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