In Stadtfeld wird für Flugsicherheit ausgebildet

Volksstimme vom 17.12.2010
Volksstimme vom 17.12.2010
Eine Stadtfelder Bildungsakademie schult Sicherheitskräfte für deutsche Flughäfen, Atommüllendlager und Geldtransporte. Die ersten Absolventen eines neuen Ausbildungsprofils haben ihre IHK-Prüfung gerade bestanden. Am Flughafen Cochstedt lernen sie u.a., wie man verdächtiges Gepäck erkennt.

Nicht erst seit dem jüngsten Terroralarm ist das Sicherheitsbedürfnis vieler Menschen gestiegen. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden gerade auf Flughäfen die Bestimmungen verschärft. Das bedeutet auch für das zuständige Personal erhöhte Aufmerksamkeit, neues Wissen und mehr Verantwortung.

Die Stadtfelder I.P.C. Akademie bildete im Auftrag des Jobcenter ARGE in den vergangenen 16 Monaten 14 Menschen aus Magdeburg und der Region zu Servicekräften für Schutz und Sicherheit aus. Im Gegensatz zur Fachkraft lernen die Umschüler ihren neuen Job kompakt und praxisorientiert. Dafür stehen im Lehrgebäude von I.P.C. am Flughafen Cochstedt zwei Röntgengeräte, an denen die Azubis üben, gefährliche Gegenstände im Gepäck zu erkennen.

„Meistens denkt man bei Sicherheitskräften immer noch an ältere Herren, die Kaffee trinkend am Schreibtisch sitzen und scheinbar nichts tun“, sagt Eckhardt Draheim, der mit 55 Jahren der älteste Teilnehmer ist. „Das ist heutzutage aber gar nicht mehr der Fall“, ist sich der Langzeitarbeitslose sicher. Über biometrische Daten, den Umgang mit Menschen, juristische und waffentechnische Grundlagen müssen die Servicekräfte Bescheid wissen. „Ich habe erst im Laufe der Ausbildung erkannt, was alles damit möglich ist“, bekennt Eckhardt Draheim.

Primär ist die Sicherheit an Flughäfen das Ziel der Ausbildung. Aber auch überall sonst, wo Sicherheitsbedarf besteht, sind die Servicekräfte einsetzbar. Ob im Gebäudeschutz, wie z. B. in Justizvollzugsanstalten, Atommüllendlagern oder bei Geldtransporten – die Möglichkeiten sind überaus vielfältig. Selbst im Polizeirevier wird man mittlerweile von einem Sicherheitsmann begrüßt.

Auch Randolph Watermann hat die Chance genutzt und sich umschulen lassen. Sechs Monate davon sammelte der 38-Jährige praktische Erfahrungen in einem Unternehmen, in dem er nach erfolgreichem Bestehen der mündlichen Prüfung im Januar auch weiterarbeiten möchte.

„Die Ausbildung ist ein Sprungbrett für den gesamten Sicherheitssektor“, sind sich die beiden einig. Eckhardt Draheim macht sogar gleich seinen Meister im Anschluss und möchte dann in einer Notrufl eitstelle arbeiten.

Anfang kommenden Jahres beginnen die neuen Kurse für die Umschulung zur Servicekraft für Schutz und Sicherheit, zu der sich auch Frauen anmelden können. Die Abschlussprüfung wird bei der IHK abgelegt.

(Volksstimme vom 17.12.2010)

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