Verkehrssicherheit gemeinsam und mit Augenmaß verbessern – Ziel muss eine sichere Große Diesdorfer Straße für alle sein

Nach gut einem Jahr ist die Diskussion erneut eröffnet: Wie soll mit dem auf der Großen Diesdorfer Straße zur Verfügung stehenden Verkehrsraum umgegangen werden? Anlass ist ein Stadtratsantrag der Fraktion CDU/FDP mit dem Ziel, die derzeit eingerichtete Protected Bike Lane möglichst kurzfristig wieder zurückzubauen – und zwar noch bevor der vorgesehene Testzeitraum abgeschlossen und eine fundierte Bewertung der Maßnahme erfolgt ist.

Doch worum geht es bei der sogenannten Protected Bike Lane, kurz PBL, eigentlich? Im Kern geht es um den Schutz von Radfahrerinnen und Radfahrern auf einer stark befahrenen Straße. Sie sollen sich im Alltag sicher im Straßenverkehr bewegen können. Dieses Ziel dürfte unstrittig sein. Unterschiedliche Auffassungen bestehen jedoch seit Jahren bei der Frage, mit welchen Maßnahmen dieses Ziel am besten erreicht werden kann.

Hintergrund ist, dass ein grundlegender Umbau der Großen Diesdorfer Straße bis heute nicht erfolgt ist. Die daraus resultierenden Defizite betreffen nicht nur den Radverkehr, sondern ebenso andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer – etwa Menschen, die auf einen barrierefreien öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.

Statt einer grundsätzlichen Neugestaltung ist auf der Großen Diesdorfer Straße über die Jahre eine Vielzahl unterschiedlicher Einzelmaßnahmen entstanden: Neben der bereits genannten Protected Bike Lane gibt es Schutzstreifen ohne bauliche Trennung, farblich markierte und nicht markierte Abschnitte, sogenannte Leipziger Kombispuren an Kreuzungen sowie stadtauswärts hinter dem Westring einen herkömmlichen Radweg, der sich vielerorts in einem schlechten Zustand befindet. Diese Gemengelage ist ohne Zweifel unübersichtlich und für alle Beteiligten herausfordernd.

Hinzu kommt eine Debattenkultur, die zunehmend von zugespitzten Positionen geprägt ist. Während die einen die Maßnahmen noch vor ihrer Auswertung beenden wollen, werten andere dies als grundsätzlichen Angriff. Zwischen diesen Polen gerät eine sachliche und lösungsorientierte Auseinandersetzung schnell in den Hintergrund.

Auch im Stadtfelder Bürgerverein gibt es zu diesem Thema unterschiedliche Auffassungen. Gemeinsam ist uns jedoch das Ziel, die Verkehrssicherheit für alle zu verbessern. Deshalb plädieren wir für einen sachlichen Umgang mit dem Thema und für eine sorgfältige, detaillierte Bewertung der bislang umgesetzten Maßnahmen, bevor voreilige Entscheidungen getroffen werden.

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