ÖPNV: Weiterhin Probleme mit Barrierefreiheit auf dem Olvenstedter Platz

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Die unzureichende Barrierefreiheit auf dem Olvenstedter Platz wurde in der Vergangenheit schon oft diskutiert, zuletzt beim Rundgang der GWA Stadtfeld-Ost am 19. Juni 2018. Im danach vom Stadtrat beschlossenen Antrag A0096/18 wurde "der Oberbürgermeister beauftragt, die Haltestelle Olvenstedter Platz/ Harsdorfer Straße (Stadteinwärts) provisorisch zu einer barrierefreien Haltestelle auszubauen."

In der daraus resultierenden Stellungnahme vom 06.09.2018 erkennt die Stadtverwaltung zwar an, dass "die Haltestelle Olvenstedter Platz zweifellos eine wichtige Haltestelle im städtischen ÖPNV-Netz ist" und dass "derzeit nur an der stadtauswärtigen kombinierten Bus- und Straßenbahnhaltestelle (Richtung Klinikum Olvenstedt) auf der Nordseite des Olvenstedter Platzes im Bereich der Türen 2 und 3 ein niveaugleicher Ein- und Ausstieg möglich ist.", sieht aber momentan keine Möglichkeit, diesen Zustand zu verbessern.

Haltestelle in der Mitte (am Blumenpavilion):

Aus der Stellungnahme der Stadtverwaltung vom 06.09.2018: "An dernstadteinwärtigen Haltestelle (auf der Nordseite des Olvenstedter Platzes) ist kein barrierefreier Ein- und Ausstieg möglich. Ein barrierefreier Ausbau dieser ebenfalls kombinierten Bus- und Straßenbahnhaltestelle ist gegenwärtig (auch provisorisch) ohne weiteres nicht umsetzbar.

Die barrierefreie Zugänglichkeit einer Haltestelle umfasst u.a. auch ein zulässiges Höchstmaß für den „Restspalt“ zwischen Straßenbahnfahrzeug und baulicher Bahnsteigkante. Eine Optimierung dieses Spaltmaßes kann (ohne Verlegung der Gleise) nur erfolgen, indem die bisherige Bahnsteigkante näher an die Gleise bzw. an die Straßenbahn rückt. Durch das erforderliche Heranrücken der Haltestellenkante an die Gleise wird der Haltestellenbereich jedoch so eingeengt, dass die Busse, die ebenfalls die Haltestelle befahren, sich aus Sicherheitsgründen nicht mehr begegnen können/dürfen. Ein Busbegegnungsverkehr kann somit im Haltestellenbereich nicht mehr stattfinden. Eine Begegnung kann jedoch ohne weiteres im Linienverkehr nicht ausgeschlossen werden. Erfahrungsgemäß müssten (um den Begegnungsverkehr gewährleisten zu können) umfangreich die Gleise versetzt/umverlegt sowie großräumig an den Bestand angepasst werden, hier möglicherweise auch im angrenzenden Kreuzungsbereich. Dies würde allein kostenseitig kein Provisorium mehr darstellen."

Haltestelle auf der Südseite (am Edeka)

Aus der Stellungnahme der Stadtverwaltung vom 06.09.2018: "Die Straßenbahnhaltestelle auf der Südseite des Olvenstedter Platzes (Schleife) wird derzeit durch die Straßenbahnlinie 1 bedient, montags bis freitags zwischen 5 und 21 Uhr, samstags zwischen 11 und 18 Uhr. In den übrigen Zeiten und sonntags wird diese Haltestelle nicht bedient. Laut dem am 14.06.2018 beschlossenen Nahverkehrsplan der Landeshauptstadt Magdeburg (Beschluss-Nr. 1970-056(VI)18) wird perspektivisch mit Einführung des Liniennetzes 2020+ der Straßenbahn die Wendestelle nicht mehr regulär angefahren (Achse G1-11).

Ein provisorischer Ausbau dieser Haltestelle zum stufenlosen Einstieg ist daher derzeit nicht vorgesehen. Die bauliche Beschaffenheit des Umfeldes, insbesondere die dichte Lage vor der
Ampelanlage ist des Weiteren ein Ausschlusskriterium für die Anordnung eines Haltestellenkaps."

Lösungsvorschläge der Stadtverwaltung:

Aus der Stellungnahme der Stadtverwaltung vom 06.09.2018: "Gegenwärtig steht für Fahrten in Richtung Stadtzentrum die barrierefreie Haltestelle Harsdorfer Straße im Europaring zur Verfügung. Diese befindet sich 300 m westlich vom Olvenstedter Platz und wird derzeit durch die Straßenbahnlinie 4 bedient."

"Kurzfristig könnte die Ausstiegshaltestelle vor der Befahrung der Schleife Olvenstedter Platz zum stufenlosen Einstieg genutzt werden. D.h. Fahrgäste, welche barrierefrei am Olvenstedter Platz in die Linie 1 Richtung IKEA einsteigen wollen, können dies an der Ankunftshaltestelle der Linie 1 auf der Nordseite des Olvenstedter Platzes (stadtauswärts) tun. Sie würden dann durch die Schleife mitfahren und müssten jedoch noch die Wendezeit von derzeit maximal 7 Minuten bis zur Abfahrt in der Bahn warten."

"Die Stadtverwaltung entwickelt derzeit gemeinsam mit der Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH & Co. KG (MVB) ein Konzept zur Umgestaltung der Haltestellenanlagen in der Landeshauptstadt Magdeburg. Unterschiedliche Kriterien werden bewertet und fließen in eine Liste zur Priorisierung der Reihenfolge des Umbaus der Haltestellen im Stadtgebiet ein. Die Reihenfolge des Haltestellenausbaus wird sich dann maßgeblich nach dieser Prioritätenliste richten, sofern Haltestellen nicht im Rahmen ohnehin geplanter Maßnahmen ausgebaut werden können."

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